Türschloss einbauen und austauschen

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Die meisten Fertigtüren aus Heimwerkermärkten verfügen über eine Aussparung für das Türschloss in der seitlichen Kante. Gewöhnlich haben sie keine Löcher für Türklinke und Schlüssel in der Vorder- und Rückseite. Sie können entweder ein Standard-Einsteckschloss mit einem über die Türklinke bedienten Schnappriegel (Falle) und einem über den Schlüssel bedienten Sperrriegel (Riegel) verwenden oder ein Sicherheitsschloss. Einige neue Türen haben keine Aussparung für Einsteckschlösser, sodass Sie diese selbst ausschneiden müssen.

  1. Schlösser in Innentüren

    Innentüren werden gewöhnlich mit einem Einsteckschloss ausgestattet. Die Falle wird hier mit einer Türklinke oder einem Drehknopf bedient. Bei einer selbstschließenden Tür hat der Riegel eine abgewinkelte oder abgerundete Kante und ist so gefedert, dass er sich automatisch sperrt, wenn die Tür geschlossen wird. Solch ein Schloss kann auch bei Türen verwendet werden, die sich in beide Richtungen öffnen lassen. Verschließbare Räume haben oft auch einen Riegel, der über einen Schlüssel betätigt wird. Im Gegensatz zur Falle hat der Riegel keine abgerundete Kante und ist nicht gefedert.

  2. Schlösser in Außentüren

    Zylinderschlösser sind für Haustüren am besten geeignet. Einfache Einsteckschlösser sind für Außentüren nicht sicher genug. Der Schließzylinder wird hier in das Schloss eingebaut. Wenn sie ein Haustürschloss wechseln wollen, können sie also den Schließzylinder austauschen, ohne den kompletten Schließmechanismus auszuwechseln.

  3. Kastenschloss

    Wenn kein Einsteckschloss verwendet werden kann, können Sie ein Kastenschloss auf der Türoberfläche anbringen. Das ist zum Beispiel eine Lösung für Türen mit weniger als 40 mm Dicke. Die Aussparung für ein Einsteckschloss würde hier die Tür zu instabil machen. Kastenschlösser sind mit Falle und/oder Riegel erhältlich. Sie werden gewöhnlich an Außentüren verwendet.

  4. Öffnungsrichtung auswählen

    Prüfen Sie, in welche Richtung sich die Tür öffnet. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie nach innen oder nach außen aufgeht. Gemäß der europäischen Norm öffnen sich die Beispiele A und C in der Abbildung unten nach links, Beispiele B und D nach rechts.

  5. Schloss umstellen

    Wenn die Falle des Schlosses für die Öffnungsrichtung der Tür falsch herum eingesetzt ist, müssen Sie sie umdrehen. An der Seite des Schlosses befindet sich ein kleiner Stift, den Sie mit einem schmalen Schraubendreher nach oben schieben können (1). Die Falle fällt dann aus dem Schloss heraus (2). Drehen Sie sie dann um, sodass die flache Seite in die andere Richtung zeigt (3) und schieben Sie sie zurück ins Schloss (4).

  6. Position des Schlosses markieren

    Bestimmen Sie die richtige Höhe für das Schloss – gewöhnlich befindet sich die Türklinke auf einer Höhe von 105 cm. Markieren Sie die Position der Ober- und Unterkante des Schlosses mit einem Bleistift auf der linken oder rechten Seite der Tür. Verlängern Sie die Markierungslinien bis zur seitlichen Kante der Tür mithilfe eines Anschlagwinkels. Wenn Sie die Ober- und Unterkante des Schlosses auf der Seitenkante markiert haben, ziehen Sie eine vertikale Linie in der Mitte. Halten Sie die hintere Seite des Schlosses auf die Mittellinie und markieren Sie die Form auf der Seitenkante der Tür. Jetzt sehen Sie, wo die Aussparung für das Schloss entlang der Markierung ausgeschnitten werden muss.

  7. Aussparung in die Tür schneiden

    Markieren Sie nun die Tiefe der Aussparung. Messen Sie die Gesamttiefe des Schlosses inklusive Abschlussblech (Stulp), das in die Türkante eingelassen wird. Stellen Sie den Tiefenanschlag Ihrer Bohrmaschine auf die Schlosstiefe plus 5 mm ein. Wenn Ihre Maschine nicht über einen Tiefenanschlag verfügt, können Sie auch ein Stück Klebeband um den Bohrer wickeln, um die richtige Tiefe anzuzeigen. Halten Sie sich genau an die Markierungen auf der Tür – das Schloss muss genau passen, ohne es mit Gewalt in die Tür einzuschieben.

  8. Mit einem Stecheisen fertigstellen

    Wenn Sie die nötige Aussparung mit dem Bohrer ausgeschnitten haben, können Sie die Kanten mit einem Stecheisen begradigen. Glätten Sie die Seiten der Aussparung, bis sie genau die richtige Form für das Schloss hat. Prüfen Sie während der Arbeit den Sitz des Schlosses regelmäßig, damit die Aussparung nicht zu groß wird.

  9. Form des Stulps markieren

    Wenn Sie das Schloss in die Aussparung geschoben haben, markieren Sie die Form des Stulps auf der Seitenkante der Tür. Entfernen Sie das Schloss aus der Aussparung.

  10. Stulp einlassen

    Mit dem Stecheisen können Sie nun die Aussparung für den Stulp ausstechen. Sie sollte rund 3 mm tief sein, und die Abschlussplatte genau aufnehmen. Die Oberseite des Bleches sollte bündig mit der Oberfläche der Türseitenkante abschließen.

  11. Öffnung für die Türklinke markieren

    Jetzt können Sie die Löcher für die Türklinke und gegebenenfalls für den Schlüssel bohren. Halten Sie das Schloss gegen die Vorderseite der Tür. Die Abschlussplatte muss dabei exakt auf der Aussparung positioniert sein. Markieren Sie die Stelle für die Türklinke mit einem Bleistift. Verwenden Sie eine Ahle, um die Anfangsposition für die Bohrung festzulegen.

  12. Öffnung für die Türklinke bohren

    Verwenden Sie einen Bohrer mit einem Durchmesser, bei dem sich der Drückerstift der Türklinke frei drehen lässt. Bohren Sie das Loch genau horizontal bis durch die andere Seite der Tür. Bei Bedarf wiederholen Sie diese Prozedur für das Schlüsselloch oder die Zylinderöffnung. Entfernen Sie Unregelmäßigkeiten in den Löchern mit einer Holzfeile.

  13. TIPP!

    Befestigen Sie eine Wasserwaage an Ihrer Bohrmaschine – dann ist horizontales Bohren ganz einfach.
  14. Abschlussplatte befestigen

    Schieben Sie das Schloss in die Aussparung in der Türseite und befestigen Sie es mit langen Holzschrauben. Befestigen Sie die Türklinke und andere Beschläge. Die Türklinke muss fest und sicher sitzen, da sie oft und meist kräftig betätigt wird. Wenn die Türklinke Spiel hat, kann sie unschöne Beschädigungen verursachen.

  15. Schließblech im Türrahmen markieren

    Nachdem Sie das Schloss an der Tür angebracht haben, müssen Sie noch das Schließblech am Türrahmen anbringen. Markieren Sie zuerst die Stelle, an der das Schließblech angebracht werden muss. Drehen Sie den Schlüssel, sodass der Riegel aus dem Schloss heraustritt, und halten Sie die Tür gegen den Türrahmen. Verwenden Sie einen spitzen Bleistift, um die Ober- und Unterkanten von Riegel und Falle auf dem Türrahmen zu markieren. Bei geöffneter Tür können Sie nun die Linien bis auf die Innenseite des Türrahmens verlängern. Ausgehend von diesen Linien, können Sie dann das Schließblech als Vorlage verwenden. Danach können Sie die Umrisse des Schließblechs und die Ausnehmungen für Falle und Riegel markieren.

  16. Schließblech einlassen

    Stechen Sie eine rund 3 mm tiefe Aussparung in den Türrahmen, in die das Schließblech genau hineinpasst. Die Oberseite des Bleches sollte bündig mit der Oberfläche des Türrahmens abschließen. Die Tiefe der Ausnehmungen für Falle und Riegel im Türrahmen muss mit deren Länge übereinstimmen. Schneiden Sie dabei tief genug, sodass sich beide voll entfalten können. Befestigen Sie das Schließblech mit langen Holzschrauben am Türrahmen, und prüfen Sie noch einmal, dass Falle und Riegel problemlos und vollständig in die Ausnehmungen passen. Wenn Sie am Schließblech schleifen, können Sie die Öffnung etwas mit einer Feile vergrößern. Seien Sie dabei jedoch sehr vorsichtig. Sitzen Falle und Riegel zu locker, kann die Tür bei Zugluft klappern.

  17. Lappen des Schließblechs umbiegen

    Mit einem kleinen Kunststoffhammer können Sie den Lappen des Schließblechs vorsichtig umbiegen, so dass er sich der Kontur des Türrahmens anpasst. Der Lappen soll den Türrahmen vor dem Stoß der Falle schützen, wenn die Tür geschlossen wird.

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